Über 60 Experten aus EU-Institutionen und nationalen ESF-Behörden diskutierten am 11. und 12. Juni in Maastricht Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung von EU-Programmen zum demografischen Wandel in der Arbeitswelt.
Eingeladen hatte das ESF-Age Network (http://esfage.isfol.it), das in den vergangenen Jahren hierzu europaweit gute und übertragbare Konzepte gesucht und evaluiert hat.
Für den Bereich Alternsmanagement in Unternehmen wurde das INQA-Projekt „Demographie-Wissen kompakt: Qualifizierung zum Demographie-Lotsen“ als herausragendes Beispiel mit europaweitem Transferpotenzial benannt. Insbesondere die gelungene Verstetigung und Weiterentwicklung der im Projekt entwickelten Angebote über den Projektzeitraum hinaus wurde als Beweis für die Praxistauglichkeit des Ansatzes gewertet.
Jörg Michel von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und Andreas Bendig vom Demografie-Experten-Verein stellten Hintergrund, Konzept und praktische Umsetzung des Qualifizierungs- und Beratungsprojektes vor. Schwerpunkte der anschließenden Diskussion bildeten Fragen nach dem Transfer des Konzeptes in andere europäische Staaten und konkrete Schritte dahin.
An der Veranstaltung nahm auch Cornelia Schäff von der Koordinierungsstelle des neuen ESF-Programms „unternehmensWert: Mensch“ im BMAS teil. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Einbettung solcher Beratungskonzepte in regionale Netzwerke. Durch das im Herbst 2012 anlaufende Modellprogramm soll kleinen und mittleren Unternehmen durch Beratungsschecks eine professionelle Unterstützung bei der Bewältigung des Wandels in der Arbeitswelt ermöglicht werden.
Im Rahmen des INQA-Projektes „Demographie-Wissen kompakt“ wurden von 2008 bis 2010 über 200 Beraterinnen und Berater qualifiziert, um KMU bei Fragen rund um das Alternsmanagement im Betrieb zu unterstützen. Nach Ende der Projektförderung wurde das Angebot durch das INQA-Netzwerk Demografie-Experten e.V. weitergeführt. Seither wurden weitere 110 „Demographie-Lotsen“ geschult und zahlreiche ergänzende Angebote entwickelt.