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21.03.2012

Problem erkannt, aber nicht gebannt

Wie das Kaninchen vor der Schlange – so lässt sich das Verhalten vieler Unternehmen in Bezug auf den demografischen Wandel beschreiben. Statt aktiv zu werden und frühzeitig zu reagieren, verharren viele Personalverantwortliche in ihrer Passivität. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie die Auswirkungen des demografischen Wandels nicht nur erkannt, sondern sogar als Chance genutzt werden können. Der Verein der Demografie-Experten (DEx e.V.) ist zwar kein Schlangenbändiger, kann kleinen und mittelständischen Unternehmen aber helfen, für die Zukunft gewappnet zu sein und sogar gestärkt aus dem Wandel hervorzugehen.

(Offenburg, März 2012) Demografischer Wandel – schon längst ist aus dem abstrakten Begriff eine für jeden sichtbare Entwicklung geworden. Wir kennen Anzeigen, in denen dringlich um Fachkräfte geworben wird, wir sehen Unternehmen, deren Belegschaft überaltert ist, wir wissen, wie schwer es ist, gute Auszubildende zu finden. Belegt wird dies durch Berechnungen des Statistischen Bundesamtes: Demnach wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter – heute üblicherweise zwischen 20 und 65 Jahre – bis 2030 um rund 15 Prozent bzw. um 7,5 Millionen Menschen zurückgehen. Die Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren wird hingegen um rund ein Drittel von 16,7 Millionen (Stand 2008) auf 22,3 Millionen Personen im Jahr 2030 ansteigen.


Dennoch: Obwohl das Problem erkannt ist, haben bislang nur wenige Unternehmen reagiert. Der demografische Wandel wird oft als unabänderbar betrachtet und mit all seinen Konsequenzen hingenommen. Das muss nicht sein. Die Bevölkerungsentwicklung lässt sich nicht beeinflussen – die Auswirkungen auf das einzelne Unternehmen sehr wohl.


Keiner ist auf sich allein gestellt


Welche Möglichkeiten es gibt und was jedes einzelne Unternehmen leisten kann, hängt von den unterschiedlichsten Umständen ab. Für alle gilt jedoch: Keiner ist bei der Suche nach Lösungen auf sich allein gestellt. Unternehmensführer und Personalverantwortliche können sich beraten lassen und externe Hilfe einholen. Seriöse und erfahrene Berater lassen sich über den Demografie-Experten Verein finden. Er wurde im Jahr 2006 durch die Initiative neue Qualität der Arbeit (INQA), einer Kampagne des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, gegründet. Es handelt es sich dabei um ein bundesweites Netzwerk von Beratern und Trainern, mit unterschiedlichen Erfahrungen, Kernkompetenzen und Leistungsangeboten. „Durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sowie einen kontinuierlichen Austausch können wir die Qualität der Beratung garantieren und ständig verbessern“, sagt Hans-Jürgen Dorr, Vorstandsvorsitzender des DEx. Weil weder der Begriff des Beraters noch der des Demografie-Beraters geschützt ist, ist es dem Verein umso wichtiger, die Demografieberatung zu  professionalisieren und ein qualitätsgesichertes System zu schaffen. Regelmäßige Weiterbildungsangebote sowie der Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern bieten dazu die Grundlage.


Profitieren können davon vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Ihnen bietet der DEx Ansprechpartner für Workshops, Seminare oder Trainings an, außerdem gehören Experten für Altersstrukturanalysen zum Verein, sodass eine kompetente Beratung zu allen Handlungsfeldern des demografischen Wandels möglich ist. Auch ein Erfahrungsaustausch mit Experten aus unternehmerischer Praxis, Wissenschaft und Politik kann jederzeit ermöglicht werden. Unternehmen, die sich für die Angebote des DEx interessieren, erhalten auf der Corporate-Health-Convention-Messe (24./25. April 2012 in Stuttgart) die passende Gelegenheit. Zu finden sind wir in Halle 7, Stand B.10 F.


Aus der Region, für die Region


Dort wird auch Ulrich Reiner zu finden sein. Als Demografie-Experte und Leiter der DEx-Landesgeschäftsstelle Baden-Württemberg verfügt er nicht nur über ein exzellentes thematisches Wissen, sondern kennt auch die regionalen Besonderheiten ganz genau. Unternehmensführer und Personalverantwortliche, die mehr über das Angebot des DEx erfahren möchten, können sich bei ihm informieren.


In seiner Position als Demografie-Experte unterstützt Ulrich Reiner zudem ein spezielles Projekt des Landratsamtes Ortenau. Es handelt sich um die neu gegründete Badische Demografie Agentur (BDA). Bis Mitte 2014 bietet diese Non-Profit-Organisation eine kostenlose Demografie-Beratung an. Ziel ist es, in diesem Zeitraum 500 Personalverantwortliche aus den Betrieben in der Region anzusprechen und sie zu beraten. Das Angebot richtet sich im Besonderen an kleine und mittelständische Unternehmen, denn häufig fehlen dort die Ressourcen, um eine individuelle, strategische Ausrichtung im Hinblick auf den demografischen Wandel aufzubauen. „Die Badische Demografie Agentur will genau diese Lücke füllen und dafür sorgen, dass die Veränderung unserer Gesellschaft frühzeitig von den Unternehmen erkannt und bewältigt wird“, sagt Ulrich Reiner. Die Arbeit dieser Unternehmen ist für die Region enorm wichtig. Nur dort, wo es langfristig Arbeitsplätze und Arbeitnehmer gibt, kann die Lebensqualität  der Menschen garantiert werden. Daher gilt:


Egal, wo Ihr Unternehmen liegt und wie groß es ist: Nicht abwarten, sondern jetzt handeln.